druckkopf

Aktuell

08.01.2014

Werben mit cranio-sacraler Therapie



Das Verwaltungsgericht Aachen hat festgestellt, dass die Craniosacral-Therapie dem Heilpraktikergesetz unterfällt und die Ausübung somit einer Erlaubnis bedarf (Az: 5 L 322/12). Bereits in 2009 kam das LG Kempten zur gleichen Einschätzung (Az: 1HK O 2442/08).Personen, die nicht ärztlich bestallt oder im Besitz einer Erlaubnis für die Ausübung der Heilkunde gem. §1 Heilpraktikergesetz sind, dürfen vor diesem Hintergrund die cranio-sacrale Therapie nicht anwenden und infolgedessen auch nicht mit dieser Methode werben. Die Annahme, cranio-sacrale Therapie könne "auf Verordnung" oder "in Delegation" durch Physiotherapeuten erbracht werden, teilen Experten nicht, da cranio-sacrale Therapie nicht Gegenstand der Physiotherapeutenausbildung ist. Siehe hierzu auch das Urteil des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf vom 08.12.2008 ( Az. 7 K 967/07) und Beitrag unter Aktuell v. 17.02.2009 "Ausübung der Osteopathie erlaubnispflichtig" .

Personen, die mit cranio-sacraler Therapie werben, ohne Arzt oder Heilpraktiker zu sein, werben irreführend im Sinne des § 3 Ziff.3 Heilmittelwerbegesetzes in Verbindung mit dem Gesetz gegen Unlauteren Wettbewerb und können abgemahnt werden.

Darüber hinaus stellt die Ausübung der Craniosacral Therapie durch Personen, die nicht Arzt oder Heilpraktiker sind, einen Verstoß gegen § 1 Heilpraktikergesetz dar.

Vorsicht: Zahlreiche Abmahnungen sind bereits ergangen.

14.01.2014 Brigitte Siegerist