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Aktuell

25.04.2017

Vorsicht Abmahnungsgefahr !



Bezeichnung  „Heilpraktiker für Osteopathie“ unzulässig.
 
Viele Physiotherapeuten haben sich seit den 90iger Jahren in Osteopathie weitergebildet. Der Traum, am Ende aller Anstrengungen, sich Osteopath nennen, die Osteopathie mit Indikationen bewerben und alles Erlernte am Patienten selbstständig und eigenverantwortlich und zum Wohle dessen anwenden zu können, blieb jedoch -  bis heute -    unerfüllt.
Etliche Urteile bestätigen dies inzwischen in eindringlicher Weise.
Nach wie vor gibt es keinen eigenständigen Berufsstand Osteopath, es fehlen entsprechende wissenschaftliche Studien, die die in den Werbemitteln beworbene Wirksamkeit der Osteopathie bei einzelnen Indikationen  belegen könnten, selbst die Ausübung der Osteopathie auf Verordnung wurde kassiert …….……………………

Osteopathie zählt in Deutschland zur Heilkunde. Heilkunde dürfen nach deutschem Recht selbstständig nur der Arzt und der Heilpraktiker ausüben. Vor diesem Hintergrund hat beispielsweise das OLG Düsseldorf in 2015 darauf verwiesen, dass Osteopathie durch einen Physiotherapeuten nur dann ausgeübt und beworben werden darf, wenn die Heilpraktiker-Erlaubnis vorliegt.

Selbst eine Delegation mittels Verordnung hat das Gericht untersagt.

Mit anderen Worten: Eine osteopathische Weiterbildung ob mit oder ohne akademischen Grad, erweitert nicht den gesetzlichen Aufgaben- und Tätigkeitsbereiches des Gesundheitfachberufes „Physiotherapeut“. Um Osteopathie auszuüben bedarf es der Heilpraktikererlaubnis.

Vor diesem Hintergrund und wenn auch zähneknirschend hat so mancher Therapeut sich zusätzlich noch den Hürden einer  Heilpraktiker-Überprüfung gestellt.
Am Ende aller Mühen und um nach außen hin korrekt anzuzeigen, dass man zwar Heilpraktiker ist, jedoch ausschließlich auf dem Gebiet der Osteopathie tätig, haben kreative Köpfe  Bezeichnungen entwickelt, wie beispielsweise „Heilpraktiker für Osteopathie“ oder „Fachheilpraktiker für Osteopathie“, Heilpraktiker beschränkt für Osteopathie“ die subjektiv zwar als korrekt empfunden werden, allerdings Abmahnungen provozieren, weil in dieser Weise nicht zulässig.

Bereits 2016 hat das Verwaltungsgericht Aachen (AZ.5 K 1114/14) entschieden, dass auch kein Anspruch auf Erteilung einer Heilpraktikererlaubnis, beschränkt auf das Gebiet der Osteopathie, besteht.

Das Gericht hat dies seinerzeit damit begründet, dass es an einem eigenständigen Beruf mit einem klar abgrenzbaren eigenständigen Berufsbild fehlen würde.

In seiner Begründung führte das Gericht u.a. aus, dass der Bereich der Osteopathie nicht hinreichend ausdifferenziert und abgrenzbar sei. Dass es an verbindlichen staatlichen Ausbildungs- und Tätigkeitsbestimmungen fehle und dass für Begrifflichkeiten wie „Osteopathie“, „osteopathische Medizin“ oder „osteopathische Therapie“ es keine einheitliche Begriffsdefinition gäbe. Ein großes Problem sei auch, dass Begriffe wie „Manuelle Medizin“, „Manualtherapie“, „Osteopathie“ und „Chiropraktik“ oft synonym gebraucht würden.

Geklagt hatte ein Physiotherapeut, der einen Bachelor-Studiengang im Fach „Manuelle Medizin und Osteopathie“, aufbauend auf dem von der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO) entwickelten Ausbildungscurriculum absolviert hatte und auf die Erteilung einer Heilpraktikererlaubnis, beschränkt auf das Gebiet der Osteopathie, hoffte. Damit – so das Gericht – werde nicht der erforderliche Nachweis einer anerkannten und relevanten Ausbildung zum Osteopathen nach Vorgabe staatlicher Ausbildungs- und Prüfungskriterien erbracht.

Fazit:
Es gibt keinen eingeschränkten Heilpraktiker Osteopathie.

Die Berufsbezeichnung lautet: Heilpraktiker (Deutschland).